tanztheater macasju

 

Das macasju-Merkmal


Choreographie als Mythos. Im Schein wird mit Schein gespielt. Expressive Bilderwelten zeigen ihr imaginationskitzelndes Potential, wenn die Fassade des alltäglich Sichtbaren hintergangen wird: Realistische Rätselhaftigkeit offenbart, was sonst in tieferen Kopf- und Körperschichtungen vergraben ist. Die Offenheit des Angebotenen bewegt den Zuschauer zu Wanderungen, bei denen ihn sein eigenes Spiegelbild kritisch begleitet. Die erscheinenden Körperbilder menschlicher Befindlichkeiten berühren Ironie und Selbstironie, was die Spannung zwischen Beklemmungen, Seelenabgründen und Absurditäten erträglich machen kann bis zur Heiterkeit. Der Beobachter findet sich als Figur des Bildes eingesponnen in Assoziationsnetzen, deren Verstrickungen ihn gefangen halten.


Seit einigen Jahren entwickelt die Kompanie eine Kunstsprache, die sich flexibel aus dem jeweiligen Produktionskonzept und den Bedürfnissen der einzelnen Bildidee herausformt. So erhält jedes Werk einen individuellen Charakter, der szenengerecht von Brüchen durchzogen sein kann. Eine Vielfalt von Blickwinkeln auf das erarbeitete Thema fächert sich auf. Körperliche, choreographische und tänzerische Mittel bleiben dem Kern verpflichtet. Statt fest konnotierte Bewegungstechnik zu reproduzieren, wird Bewegung in Improvisationen aufgespürt, unterliegt der Metamorphose bei ihrer Wanderung von Körper zu Körper und Experiment zu Experiment, bis aus ihr ein detailliert ausgearbeitetes Sinn(es)Erlebnis erwächst.

Hierfür bringen die TänzerInnen neben ihrem kulturkreis- und bildungsspezifischen Hintergrund ein breites Erfahrungsspektrum in Tanztechniken wie japanischem Butoh, Ballett, Akrobatik, Volkstanz, Modern Dance, Contact-Improvisation und Capoeira in den Produktionsprozess ein.


Das tanztheater macasju arbeitet seit seiner Gründung 1998 in Bochum unter der künstlerischen Leitung von Simone Neumann-Salva. Die bisher entstandenen verschiedenen Produktionen wurden im gesamten Ruhrrevier und im internationalen Ausland wie Krakau, Montevideo, Tokio, Neapel u.a. aufgeführt.

Existenztanz und Polygraphie wurden im Rahmen des Ideenwettbewerbs der Gründungsoffensive GO! vom Land NRW und der Europäischen Union gefördert; Existenztanz mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Der Kurzfilm Photosynthese erhielt einen Förderpreis der SK-Stiftung Köln, der Kunststiftung NRW und der Kunsthochschule für Medien Köln und wurde für den 4. Deutschen Videotanzpreis 2003/2004 nominiert. Des weiteren erhielten die Animationsfilme aspettame und Sonno di Se mehrere Preise.

Die medienübergreifende Mischung aus Tanz und Theater, sowie eine nichtelitäre Herangehensweise an zeitrelevante Themen öffnen die Performances für ein breites Publikum. Nicht die distanzierende Didaktik des erhobenen Zeigefingers steht im Vordergrund, sondern das hautnahe Erlebnis.

Das Ensemble hat bisher mit Tänzern und Choreographen wie Christine Brunel (Tanztheater), Julia Bouriakova (Ballett), Tadashi Endo (Butoh), Christopher Hustert (Tanztheater), Dimitri Katunin (Ballett), Gustavo Llano (Tanztheater), Simone Nöcker (Modern Dance), Pfrof. Pè de Vento (Capoeira), Peter Pleier (Contact Improvisation), Anna Pocher (Tanztheater), Remo Rostagno (BMC), Contramestre Requeijao (Capoeira), Maxine Saburowski (New Dance), Minako Seki (Butoh) und Etzuko Akiya (Modern) zusammengearbeitet.



Preise und Auszeichnungen


Jun 2007

Förderpreis des 17. Internationalen Videofestivals Bochum für den Animationsfilm Sonno di Se.

Nov 2006

Ruhrgebietspreis des Filmfestivals „Blicke aus dem Ruhrgebiet“ für Sonno di Se.

Jun 2006

Lobende Erwähnung des Animationsfilms aspettame beim „Festival der Nationen“.

Jan 2004

Förderpreis für das Videotanzfilmkonzept Photosynthese im Rahmen des Internationalen Videotanzpreises der SK Stiftung Köln und Nominierung für den 4.Deutschen Videotanzpreis 2003/4.

Jan 2003

Wettbewerbsnominierung und Förderpreis für die Tanzperformance Polygraphie durch die "GO! Gründungsoffensive NRW"

Feb 2002

Europäischer Sonderpreis "GO! Gründungsoffensive